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 Aktuell 

© Herbert-Haag-Stiftung

Freiheit in der Kirche

Verleihung Herbert Haag Preis 2017 für Basler Gleichstellungsinitiative

Die Herbert Haag Stiftung hat im Jahr 2017 unter anderem die Initiantinnen und Initianten der kirchlichen Gleichstellungsinitiativen beider Basel mit einem Preis ausgezeichnet. Die Preisurkunde erläutert: «Wer ungewohnte Fragen stellt, schafft die Basis für neue Entwicklungen. Durch das Engagement von Katholikinnen und Katholiken in Basel-Stadt und Basel-Landschaft steht die spannende Frage im Raum: Kann eine katholische Frau unter Berufung auf das Gleichstellungsrecht vor einem weltlichen Gericht einklagen, zur Priesterweihe zugelassen zu werden? Möge die Diskussion, die die Gleichstellungsinitiative entfacht hat, Wellen schlagen in die Breite und Tiefe, damit Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung immer mehr Synonyme wer-den.» In ihrer Laudatio befasste sich Prof. Sabine Demel, Kirchenrechtlerin mit einem Forschungsschwerpunkt im Bereich der Rechtsstellung der Laien und der Frauen, mit der Kollision zwischen dem Recht auf Gleichstellung und dem Recht auf Religionsfreiheit. Sie kommt dabei zum Ergebnis, dass der Religionsfreiheit der Vorrang gebührt. Aber sie weist auch auf die Langzeitwirkung des Gleichstellungsrechts hin. Die Laudation schliesst mit dem Satz: «Irgendwann schafft es auch die Kirchenleitung nicht mehr, ständig wegzuhören, sich erfolgreich wegzuducken und so die inhaltliche Autorität unserer Argumente durch die formale Autorität ihrer Macht auszuhebeln.»

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Pilgerinitiative «Für eine Kirche mit* den Frauen».

Artikel zur Preisverleihung auf kath.ch 



Jahres- und Finanzbericht 2016 der RKZ

Nachfolgend stehen der aktuelle Jahres- und Finanzbericht der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) für das Jahr 2016 zum Download bereit. Die beiden Berichte geben Einblick in unsere Tätigkeiten und Anliegen sowie in die Verwendung der anvertrauten finanziellen Mittel.

Genauere Informationen zur Jahresrechnung und Bilanz der RKZ sind beim Generalsekretariat der RKZ erhältlich.

Jahresbericht 2016

Finanzbericht 2016 



Gemeinsam zur Mitte

Am 1. April 2017 wird in Zug ein doppeltes Jubiläum ökumenisch gefeiert

2017 ist ein Jubiläumsjahr in doppelter Hinsicht: National wird an «600 Jahre Niklaus von Flüe und 500 Jahre Reformation» erinnert. Grund genug für die katholische und die reformierten Kirchen darüber nachzudenken, was damals zur Trennung führte und zu feiern, was sie heute jenseits aller Unterschiede verbindet. Der nationale Gedenk- und Feiertag vom 1. April 2017 in Zug folgt dem Motto «Gemeinsam zur Mitte». Der Anlass ist öffentlich.

«Wir sind da, um an unseren Auftrag zu erinnern. Und wir sind da, um uns Mut zuzusprechen und sagen zu lassen, dass das, was uns verbindet, ungleich grösser ist als das, was uns trennt», betont Felix Gmür, Bischof von Basel. «Die Reformatoren verbindet vieles mit Niklaus von Flüe. Alle fragen sie radikal nach dem wahren Willen Gottes. Alle bezeugen sie das Evangelium kompromisslos. Und alle verlangen sie die Erneuerung der Kirche. Mit einem Wort: Sie sind unterwegs zur Mitte des Glaubens», erklärt Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Höhepunkt des Gedenk- und Feiertags ist der Gottesdienst um 16 Uhr in der Kirche St. Michael, der von Felix Gmür und Gottfried Locher geleitet wird. Der Komponist Erwin Mattmann wird die Uraufführung seiner Kantate «Gemeinsam zur Mitte» mit einem Vokalensemble dirigieren.

Während des ganzen Tags bieten die Zuger Kirchen den Besuchenden ein kulturelles und musikalisches Rahmenprogramm an verschiedenen Orten der Innenstadt an. Am Nachmittag findet eine Podiumsdiskussion zur Ökumene in der Schweiz statt, an der auch die Präsidenten der Bischofskonferenz und des Evangelischen Kirchenbunds, Charles Morerod und Gottfried Locher, teilnehmen. Der nationale Gedenk- und Feiertag will sichtbar und erfahrbar machen, was Christinnen und Christen verbindet. Spannungen und Konflikte führten in den letzten Jahrhunderten zu teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Konfessionen. Der Gedenk- und Feiertag bietet somit einen idealen symbolischen Rahmen, um dieses Kapitel der Kirchengeschichte versöhnlich abzuschliessen und der Ökumene einen zentralen Platz im Leben der Kirchen einzuräumen.

Das vollständige Programm des Anlasses und Botschaften sind unter www.mehrranft.ch verfügbar.



© pixabay.com CCO

Was ist für die Existenz der Kirche relevant?

Wenn diese Frage ein Kirchenmanager stellt, dann geht es auch um Unternehmertum und Organisation. Die Kirche habe bei Herausforderungen durchaus die Freiheit, selber zu bestimmen, wo sie den Hebel ansetzt, schreibt Daniel Kosch, Generalsekretär der RKZ, in einem Blogbeitrag.



Kursangebot Kirchenmanagement 2017/18

Ausschreibung Basis-Lehrgang Kirchenmanagement 2017/18

Die gesellschaftlichen Veränderungen und die knapper werdenden Ressourcen zwingen die Kirchen zu unternehmerischem Handeln. Wie lässt sich kirchliche Arbeit so gestalten, dass sie den Auftrag sachgerecht wahrnimmt und so sinnvoll wie möglich umsetzt? Diese Frage stellt sich immer dringender und das Interesse an Kirchenmanagement nimmt zu. Aus diesem Grund bietet die RKZ in Zusammenarbeit mit dem Verbandsmanagement Institut (VMI) der Universität Freiburg 2017/18 wiederum den Basis-Lehrgang «Kirchenmanagement» an.

Der Basis-Lehrgang «Kirchenmanagement» richtet sich an Personen, die in kirchlichen oder staats-kirchenrechtlichen Strukturen Führungsaufgaben wahrnehmen. Er wird 2017/18 bereits zum sechsten Mal ausgeschrieben und vermittelt theoretische und praktische Kenntnisse eines modernen Managements, das an die Bedürfnisse der Kirche angepasst ist.

Der zweiteilige Basis-Lehrgang 2017/18 findet vom 26. bis 28. Oktober 2017 in Wislikofen AG und vom 25. Bis 27. Januar 2018 Schwarzsee FR statt.

Kursprospekt Basis-Lehrgang Kirchenmanagement 2017/18

Online-Anmeldung unter: www.rkz.ch/basislehrgang



©Simon Sigg, Pfarreiforum

«Die vertrauten Kirchengestalten verschwinden»

Das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) präsentiert die neusten Daten aus der Religions- und Kirchenstatistik. Die Ergebnisse unterstreichen den fundamentalen Wandel in der Schweizer Religionslandschaft.

Teil 1: Konfessionslosigkeit wächst rasant

Die massive Zunahme von Personen die keiner Religionsgemeinschaft angehören hat dazu beigetragen, dass sich die Religionslandschaft der Schweiz in den letzten 20 Jahren stark verändert hat. Der Anteil der Konfessionslosen macht im Jahr 2014 fast einen Viertel der Bevölkerung aus. Die Anteile der beiden grossen Kirchen nehmen weiter ab und machen noch knapp zwei Drittel der Bevölkerung aus. Während die religiöse Pluralisierung überschaubar bleibt, zeigt sich durch die ungebremste Zunahme von Konfessionslosen ein starker Säkularisierungstrend.

Hier geht es zu den detaillierten Ergebnissen

Teil 2: Kirchenaustritte nehmen weiter zu

Die anhaltend hohen Kirchenaustrittszahlen unterstreichen den Trend der letzten Jahre. So sind die Kirchenaustritte zwischen 2011/12 und 2015 sowohl in der römisch-katholischen als auch in der evangelisch-reformierten Kirche gestiegen. Besonders hoch liegt die Austrittsrate beider Grosskirchen in den Kantonen Basel-Stadt, Solothurn und Aargau. Die anhaltend hohe Tendenz zum Kirchenaustritt zeigt sich nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den Nachbarländern Deutschland und Österreich.

Hier geht es zu den detaillierten Ergebnissen

Teil 3: Die meisten Migrantinnen und Migranten sind Christinnen und Christen

Der Einfluss der Migration auf die Religionslandschaft der Schweiz ist bedeutend und beschleunigt die bekannten Entwicklungen. Die Mehrheit der zugewanderten Menschen in der Schweiz gehört einer christlichen Konfession an, der grösste Teil davon ist römisch-katholischen Glaubens. Die Migration verstärkt zudem sowohl den Trend zur Konfessionslosigkeit als auch den Trend zur zunehmenden Religionspluralisierung.

Hier geht es zu den detaillierten Ergebnissen

Teil 4: Kirchliche Trauungen nehmen weiter ab

Während die zivilen Eheschliessungen seit den 1960er Jahren zahlenmässig relativ stabil blieben, sind die Zahlen katholischer und reformierter Trauungen zurückgegangen. Im Jahr 2015 wurden in der Schweiz 3‘845 Paare katholisch getraut. In der evangelisch-reformierten Kirche gab es im gleichen Jahr 3‘870 Trauungen.

Hier geht es zu den detaillierten Ergebnissen



©ref.ch

«Kommunikation leicht gemacht»

Das ökumenisches Projekt «Kommunikation in der Kirche» bietet neu Kurse mit einem klaren kirchlichen Profil an.

Gemeinsam mit den Reformierten Medien bietet das Katholische Medienzentrum kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neu Schulungen in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Online Marketing, Kommunikation und Präsentation an. Verteilt auf 21 Kurse unterrichten Experten in vier Städten der Schweiz (Zürich, Chur, Bern, Luzern). Das Projekt will mit dem Angebot Grundlagen der Kommunikation vermitteln, auf denen Landeskirchen mit ihren kantonalen Besonderheiten aufbauen können.

Die Kurse können bequem online über das Schulungsportal www.kommunikation-in-der-kirche.ch gebucht werden. Für Institutionen gibt es die Möglichkeit, die Kurse komplett für ihre Einrichtung einzukaufen, so dass die Experten die Schulung vor Ort durchführen können.

 

 



Wer ist eigentlich Martin Gehrer (SG)?

Porträt über einen RKZ-Delegierten

Herr Gehrer, Sie sind seit dem 1.1.2016 Administrationsratspräsident des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen. Davor waren Sie 8 Jahre Regierungsrat. Was hat Sie dazu bewogen sich in den «Regierungsrat» der Katholikinnen und Katholiken im Kanton St. Gallen wählen zu lassen?

Ich war sehr gern Regierungsrat. Die Aufgabe war vielseitig und interessant. Dennoch wollte ich mit 58 Jahren etwas Neues wagen und mich neu orientieren. Seit fast einem Jahr bin ich nun in einer Anwaltskanzlei tätig und betreue dort einige VR-Mandate. Die Tätigkeit als Administrationsratspräsident ist eine interessante und sinnstiftende Ergänzung. Staatskirchenrechtliche Fragen interessieren mich.

Was steht im nächsten Halbjahr besonders gross in der Agenda des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen?

Wir haben Grosses vor: Ab dem nächsten Schuljahr führen wir in unserer Katholischen Kantonssekundarschule «Flade» neu auch Realschulklassen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Sodann bemühen wir uns beim Bund um Förderbeiträge für die Stiftsbibliothek. Schliesslich treffen wir umfangreiche Massnahmen zur Umsetzung des Managementplans für das UNESCO-Weltkulturerbe «Stiftsbezirk St.Gallen».

Stellen Sie sich vor, der Administrationsrat setzt seine Pläne der laufenden Legislaturperiode erfolgreich um. Was ist dann anders? Woran merken die Katholikinnen und Katholiken im Kanton St. Gallen, dass sich etwas verändert hat?

Die erwähnten Grossaufgaben haben Breitenwirkung. Neu finden Eltern bei uns auch ein Realschulangebot für ihre Kinder. Mit den Förderbeiträgen des Bundes können wir das Angebot der Stiftsbibliothek weiter verbessern und ausbauen. Und mit dem neuen Managementplan werden der Stiftsbezirk attraktiver und damit unser Kulturerbe für jedermann sichtbarer.

Das Milizengagement ist ein wichtiger Pfeiler unserer nationalen Identität. In den letzten 10 Jahren hat dieses Engagement jedoch aus verschiedenen Gründen stark abgenommen. Mit welchen Argumenten und Anreizen würden Sie eine junge erwachsene Person dazu motivieren, ein Milizamt in der Kirche zu übernehmen?

Wer sich in der Freiwilligenarbeit engagiert oder in der Kirche ein Milizamt übernimmt, stiftet Sinn und erfährt Wertschätzung. Wer sich für das Gemeinwohl einsetzt, profitiert von grosser Glaubwürdigkeit und kann durch die Ernsthaftigkeit des Engagements viel bewegen. Ein Milizamt lässt einen Erfahrungen sammeln, die in anderen Lebensbereichen und auch im Beruf nützlich und wertvoll sein können.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Mit welcher Organisation / welchem Partner würden Sie gerne ein Projekt anpacken? Und was wäre das?

Ich bin schon zufrieden, wenn wir die vielen laufenden Projekte zielgerichet nach vorne bringen. Ich denke da an den geplanten neuen Ausstellungssaal, den wir gemeinsam mit dem Kanton betreiben werden. Für die Umsetzung sind wir auf viele Partner angewiesen, insbesondere auch auf Gönner. Die Zusammenarbeit mit Stiftungen ist auf gutem Weg.

Und was wäre, wenn Sie bei der Bischofskonferenz einen Wunsch freihätten?

Die Lehre der Kirche und deren Antworten z.B. bezüglich Partnerschaft, Ehe und Sexualität finden längst nicht immer kritiklose Zustimmung der Schweizer Katholiken. Ich wünschte mir, dass die Bischofskonferenz die Probleme offen benennt und dazu beiträgt, dass die Kirche die Verabsolutierung einzelner ihrer Normen und Vorgaben gegenüber konkreten Lebenssituationen der Menschen vermehrt aufbricht.

Welchen Grundsatz aus Ihrer Zeit als Finanzdirektor nehmen Sie mit ins kirchliche Amt?

Ich habe als Finanzdirektor grossen Wert auf Transparenz und offene Kommunikation gelegt. Ereignisse und Entscheide sollen sachlich und aktuell kommuniziert werden. Genauso möchte ich auch in meiner neuen Funktion Vertrauen schaffen.

Wenn Sie wählen müssten, was ziehen Sie vor?

mit dem Velo über einen Pass fahren – ein Buch lesen
«Nach der Passfahrt ein Buch lesen»

ein gutes Glas Wein am Kaminfeuer – mitmusizieren an einem Fasnachtsumzug
«Nach dem Fasnachtsumzug ein gutes Glas Wein trinken»

eine festliche Orchestermesse – einen Jazz-Gottesdienst
«eine festliche Orchestermesse»

20 Jahre alt sein – 60 Jahre alt sein
«nochmals 20 sein»

einen guten Film im Fernsehen – eine spannende Politik-Sendung
«eine spannende Politik-Sendung»

Ferien auf der Insel – eine Reise nach Rom
«Abenteuerferien auf einer Insel, aber nicht am Strand»



Unter Zugzwang wegen Religionsfragen

Der Bund fasst die Schaffung einer Anlauf- und Koordinationsstelle für Religionsfragen ins Auge

Religionsfragen nehmen den Bund zunehmend in Anspruch. Aus diesem Grund fasst der Bund gemäss der NZZ vom 5. Februar 2017 die Schaffung einer Anlauf- und Koordinationsstelle für Religionsfragen ins Auge. Zwar liegt es in der Kompetenz der Kantone, das Verhältnis von Staat und Religion zu regeln, doch nicht zuletzt an der starken Zunahme der parlamentarischen Vorstösse lässt sich ablesen, dass Religionsfragen den Bund vermehrt beschäftigten. Hinzu kommt, dass der Bund auch bei der Gewährleistung von Kantonsverfassungen involviert ist - beispielsweise in Bezug auf das Tessiner Burkaverbot. Die angenommene Minarett- und die lancierte Burka-Initiative zeigen zudem die verfassungsrechtliche Tragweite der Entwicklung.

Derzeit beschäftigt sich eine interdepartementale Arbeitsgruppe mit dem Projekt. Die neu zu schaffende Stelle hätte einerseits eine Koordinationsaufgabe innerhalb des Bundes inne, um eine kohärente Haltung sicherzustellen. Andererseits wäre die neue Einheit Kontakt- und Anlaufstelle für die Kantone, die Religionsgemeinschaften und betroffene Bürgerinnen und Bürger. Fest steht ausserdem, dass die Schaffung der Stelle nichts an bestehenden Zuständigkeiten ändern soll – weder an jenen von Bund und Kantonen noch an jenen von anderen Bundesstellen.



Handbuch zur kirchlichen Jugendarbeit

Buchtipp

Dass «die Jugend unsere Zukunft ist», gehört zu den Standardsätzen, wenn es um die Rechtfertigung jugendpastoraler Angebote und die Bereitstellung entsprechender Mittel geht. Gleichzeitig sind viele Aussagen über die kirchliche Jugendarbeit defizit- und problemorientiert: Zu wenig Beteiligung, zu wenig explizite Religiosität, zu wenig Engagement, zu wenig klare Ziele, zu wenig für Jugendpastoral geeignete Seelsorgende…

Wer über diese zwiespältigen Beurteilung der Ausgangslage hinauskommen und besser verstehen möchte, wie es um die Jugendarbeit der katholischen Kirche in der Deutschschweiz steht, welches ihre Herausforderungen und ihre möglichen Zukünfte sind, wird das neue Handbuch von Dominik Schenker mit Gewinn zur Hand nehmen. Hier meldet sich ein Fachmann mit breiten theoretischen Kenntnissen und einschlägiger praktischer Erfahrung zu Wort. Zu den Stärken des Buches gehört, dass es verstehen und differenzieren hilft. Dazu zwei Beispiele:

  • In den Jugendverbänden sind Mitgliederrückgang und Untervertretung von Kindern mit Migrantionshintergrund wichtige Themen. Der Gedanke ist naheliegend, das eine Problem lasse sich mit Hilfe des anderen lösen. Dominik Schenker macht aber plausibel, dass es schwierig ist, den Mitgliederrückgang durch vermehrten Einbezug von Kindern mit Migrationshintergrund zu kompensieren. Denn deren Einbezug macht die Arbeit für die Leiterinnen und Leiter anspruchsvoller. Zudem entsprechen die notwendigen Kultur- und Programmänderungen nicht allen bisherigen Teilnehmenden, so dass sich manche zurückziehen könnten.
  • Kirchliche Entscheidungsträger wünschen sich von der Jugendarbeit oft eine offensivere Thematisierung von Religion oder gar aktive Glaubensweitergabe. Eine intensivere Auseinandersetzung mit Theologie und Glaubensfragen führt jedoch zu hochschwelligeren Angeboten – und ist nicht «kombinierbar» mit niederschwelliger kirchlicher Jugendarbeit, braucht also eigene Gefässe. Diese – so Schenker – dürfen aber weder in Konkurrenz zur bestehenden Jugendarbeit stehen, noch kann diese Aufgabe von der offenen Jugendarbeit oder kirchlichen Jugendverbänden im Rahmen ihrer derzeitigen Aktivitäten erfüllt werden.

Wer meint, über die richtigen Rezepte für die kirchliche Jugendarbeit zu verfügen, oder hofft, es gebe die Jugendarbeit, welche prioritär zu fördern ist, damit die Jugend wieder «unsere Zukunft» wird, sollte dieses Buch nicht lesen. Wer sich ein realistisches Bild von möglichen Wegen in der Jugendpastoral machen möchte, wird von der Lektüre aber in hohem Masse profitieren.

Dominik Schenker, Organisierte Freiheit. Jugendarbeit der katholischen Kirche in der Deutschschweiz. Ein Handbuch, Edition NZN bei TVZ: Zürich 2017, 311 Seiten



Der Vatikan. Das Wichtigste über den kleinsten Staat der Welt

Buchtipp

Jürgen Erbacher, anerkannter Vatikan-Journalist, hat ein gut lesbares und sehr hilfreiches Buch über den Vatikan veröffentlicht, von dem ja in kirchenpolitischen Diskussionen häufig die Rede ist. Anhand von Behauptungen und Klischees schildert er anschaulich die Geschichte, die Organisation, die Rolle des Papstes, die Bedeutung als Global Player und das Innenleben des Vatikans. Die päpstliche Unfehlbarkeit kommt ebenso zur Sprache wie die Schweizer Garde, die Vatikan-Finanzen ebenso wie die Rolle der Laien. Nicht nur für Romreisende, sondern auch für kirchenpolitisch interessierte eine spannende Lektüre oder ein hilfreiches Nachschlagewerk.

Jürgen Erbacher, Der Vatikan. Das Wichtigstes über den kleinsten Staat der Welt, Herder: Freiburg 2017, 190 Seiten



©Bruder-Klausen-Stiftung

MEHR RANFT

Programm zum Gedenkjahr «600 Jahre Niklaus von Flüe»

Die ersten der insgesamt elf Kern- und über 90 Mitmachprojekte zum Gedenkjahr «600 Jahre Niklaus von Flüe» sind bereits erfolgreich gestartet. Unter dem Leitmotiv «MEHR RANFT» wird das Bewusstsein für den Mystiker, Mittler und Menschen Niklaus von Flüe sowie seiner Frau Dorothee Wyss weit über die Kantonsgrenzen hinaus gestärkt und in alle Landesteile der Schweiz getragen.

Die RKZ und verschiedene kantonalkirchliche Organisationen unterstützen das Gedenkjahr mit namhaften Beiträgen.

Mehr Informationen zum Gedenkjahr 2017: www.mehr-ranft.ch
MEHR RANFT Programmflyer
Flyer zur Vortrags- und Gesprächsreihe «Nachdenken über Niklaus von Flüe»