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 Aktuell 

Verstärktes Engagement für die Seelsorge im Gesundheitswesen und im Internet

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 26./27. November 2021 in Zürich

Ab 2022 stellt die RKZ neu Mittel für eine ökumenische Koordinationsstelle für die Seelsorge im Gesundheitswesen sowie für die ebenfalls ökumenische Internet-Seelsorge bereit. Diese und andere Entscheidungen über finanzielle Beiträge an kirchliche Institutionen auf nationaler und sprachregionaler Ebene standen im Zentrum der Plenarversammlung der RKZ vom 26./27. November 2021. Zudem wurden Renata Asal-Steger als Präsidentin sowie das fünfköpfige Präsidium der RKZ für die Amtsdauer 2022-2023 einstimmig wiedergewählt.

Medienmitteilung vom 1. Dezember 2021



Irme Stetter-Karp ist die neue Präsidentin des ZdK

Die RKZ gratuliert

Mit grosser Mehrheit wurde Dr. Irme Stetter-Karp am Freitag, 19. November 2021, zur neuen Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt. Sie erhielt 149 von 190 Stimmen. Sie folgt damit Prof. Thomas Sternberg nach, der nach sechs Jahren Amtszeit nicht erneut kandidiert hatte.

Renata Asal-Steger und Daniel Kosch gratulieren Irme Stetter-Karp im Namen der RKZ zu ihrer Wahl. «Es ist ein gutes Zeichen, dass das ZdK in der gegenwärtigen Lage von einer Frau präsidiert wird. Und es freut uns, dass mit Ihnen eine Person das ZdK leitet, die einen starken Bezug zum diakonischen Auftrag der Kirche und ihrem gesellschaftlichen Engagement für Gerechtigkeit und guten Lebenschancen für alle hat».

Die RKZ steht seit Jahren gelegentlich im Kontakt mit dem ZdK. Dieser hat sich durch den Synodalen Weg intensiviert und biete die Chance, «dass wir voneinander lernen und übereinstimmende Ziele auf je eigene Weise verfolgen».

Gratulationsschreiben der RKZ an Frau Dr. Imre Stetter-Karp

«Viele Menschen sehnen eine Öffnung der Weiheämter herbei» - Interview mit Frau Dr. Imre Stetter-Karp auf kath.ch



Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt in der Kirche - Wo bleibt Gott?

Veranstaltungshinweis

Durch bewusste Vertuschung, unklare Kompetenzbereiche, mangelnde Sachkenntnis und Fahrlässigkeit konnte in der Kirche eine «Kultur des Schweigens» entstehen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, in voller Kenntnis des Ausmasses des Missbrauchs den Täterschutz priorisiert und die Möglichkeiten der Opferfürsorge nicht ausgeschöpft zu haben.

Redaktionsmitglieder des theologischen Feuilletons feinschwarz.net diskutieren die Thematik aus der Sicht verschiedener theologischer Disziplinen und unterschiedlicher Perspektiven. Die Podiumsveranstaltung findet am Dienstag, 8. Februar 2022 von 18.15–20.00 Uhr, an der Universität Luzern statt.

Offizieller Veranstaltungsflyer



«Totgesagte leben länger»

Entwicklung der Mitgliedschaft in der katholischen Kirche über die vergangenen 10 Jahre und Ausblick in die Zukunft.

Wohin steuert die römisch-katholische Kirche in der Schweiz und wie werden sich die Mitgliedschaftszahlen entwickeln, wenn man die Trends der vergangenen Jahre zum Massstab nimmt? Antworten auf diese Fragen prognostiziert das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in seiner neusten Studie zur Mitgliederentwicklung der katholischen Kirche.

Auf den Punkt gebracht: «Totgesagte leben länger». Die Zahlen und Prognosen für die katholische Kirche lassen vermuten, dass die Zahl der Kirchenmitglieder über die nächsten 10 Jahre in etwa stabil bleibt. Aufgrund der sinkenden Anteile an der wachsenden Gesamtbevölkerung dürfte jedoch der Rückhalt in der Bevölkerung weiter sinken. Zudem trügt der Eindruck von Stabilität der katholischen Kirche aus drei Gründen:

  • Erstens zeigen die Daten der Kirchenstatistik, dass die Kirchenbindung der Mitglieder schwächer wird und die Austrittsneigung hoch bleibt.
  • Zweitens ist unsicher, ob sich die Migrationsentwicklung der vergangenen Jahre auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.
  • Drittens dürfte der Rückhalt der Kirchen in der Bevölkerung weiter sinken, wenn ihr Anteil an einer wachsenden Bevölkerung kleiner wird. Dies wird für Erwartungen an die gesellschaftliche Rolle der Kirche nicht folgenlos bleiben. Zudem sanken auch die relativen Anteile der evangelisch-reformierten Kirche in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Der damit verbundene gemeinsame Relevanzverlust der beiden Kirchen dürfte sich noch stärker bemerkbar machen als wenn man nur auf den sinkenden Anteil der katholischen Kirche allein schauen würde.

Die Kirchenstatistik drängt daher beide grossen Kirchen zu genauem Hinschauen und zum Handeln.



© EKS / Stefan Wermuth

Neue Wege der Beziehungspflege zwischen Bund und Religionsgemeinschaften?

Staatsbesuch von Kardinal Pietro Parolin vom 6. bis 8. November 2021 in der Schweiz.

Vom 6. bis 8. November 2021 weilte Kardinal Staatssekretär Pietro Parolin, «Aussenminister» und oberster Diplomat des Heiligen Stuhls, auf Einladung von Bundesrat Ignazio Cassis in der Schweiz. Zu seinem Programm gehörten ein Gottesdienst in Einsiedeln, ein Pilgerweg in den Ranft gemeinsam mit den Schweizer Bischöfen, ein Empfang beim Bundespräsidenten, Gespräche mit dem Aussenminister und die Eröffnung einer wissenschaftlichen Tagung zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen des Vatikans mit der Schweiz vor 100 Jahren. Dieses Jubiläum, das Corona-bedingt hatte um ein Jahr verschoben werden müssen, war der eigentliche Anlass des Besuchs.

Kurz vor diesem Besuch hatte der Bundesrat beschlossen, in absehbarer Zeit eine Schweizer Botschaft im Vatikan zu eröffnen. Die diplomatischen Beziehungen sollen künftig nicht mehr über den Schweizer Botschafter in Slowenien laufen. Zu dieser Entscheidung, in direkter Entsprechung zur Apostolischen Nuntiatur in Bern eine Schweizer Botschaft im Vatikan zu eröffnen, gab es seitens der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) auch kritische Anfragen. Insbesondere ist es der EKS ein Anliegen, dass die Schweizerische Aussenpolitik nicht nur das menschenrechtliche und humanitäre Engagement der katholischen Kirche, sondern auch jenes der anderen Kirchen und ihrer Hilfswerke berücksichtigt.

Ökumenische Begegnung

Um so wichtiger war es, dass Kardinal Parolin und Aussenminister Cassis am 8. November im Rahmen der Synode der EKS, die dann im Berner Rathaus tagte, an einer ökumenischen Begegnung teilnahmen, zu der neben einer Vertretung der Schweizer Bischofskonferenz auch der Bischof der christkatholischen Kirche, der Präsident der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen sowie die Präsidentin der RKZ und deren Generalsekretär teilnahmen.

Sowohl der Bundesrat als auch der Kardinal würdigten die Bedeutung der Ökumene und betonten, dass das menschenrechtliche Engagement des Vatikans wie auch die diplomatischen Beziehungen der Schweiz zum Heiligen Stuhl nicht nur die Mitglieder der katholischen Kirche im Blick haben, sondern alle Menschen unabhängig ihrer Religion.

Die Präsidentin der EKS, Rita Famos, begrüsste und würdigte den Entscheid des Bundesrats zur Errichtung einer Botschaft beim Heiligen Stuhl ausdrücklich. Darüber hinaus dankte sie dem Bundesrat, «dass er diesen Dialog nutzen wird, auch die Schweizerischen Grundwerte zu thematisieren. Ich denke hier nicht nur an die Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen. Beispielsweise sucht die katholische Kirche mit ihrem synodalen Prozess nach Möglichkeiten, die Basis in Entscheidungen einzubeziehen. Die Eidgenossenschaft hat hier viel Kompetenz und Erfahrung zur Verfügung zu stellen.»

Kreative Wege für die Beziehungspflege zwischen Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften

Zudem hielt Rita Famos fest, die Politik müsse «die Religionsgemeinschaften als gesellschaftliche und religionspolitische Tatsache wahrnehmen. Im Unterschied zu den Kantonen bestehen hier auf nationaler Ebene noch Leerstellen» und übermittelte dem Bundesrat «den gemeinsamen Wunsch der hier anwesenden Kirchen [...]: Seien Sie kreativ für neue Wege der Beziehungspflege zwischen Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften, etwa in Gestalt eines formalisierten Austauschs des Bundesrats mit denselben».

Demokratische Entscheidungen über die Zukunft der Kirche als schweizerisches Erfolgsmodell

Schon in ihrem Begrüssungswort hatte die Präsidentin der EKS festgehalten: «Die evangelisch-reformierte Synode hier im Rathaus Bern, die christkatholische Nationalsynode, die Mitgliederversammlung der Römisch-katholischen Zentralkonferenz symbolisieren sehr viel der schweizerischen Wirklichkeit. Ordinierte und Nichtordinierte, Frauen und Männer, Jüngere und Ältere, Christinnen und Christen unterschiedlicher beruflicher Hintergründe treffen demokratische Entscheide über die Zukunft der Kirche. Ein Schweizer Erfolgsmodell, das meiner Meinung nach mindestens so viel Swissness verkörpert wie die vielgerühmte Schweizergarde.»



Chance Kirchenberufe - Film ab für die neue Kampagne

Kirchliche Berufe sind vielseitig und erfüllend – und ganz anders als viele denken.

Bei Priester Joël ist es schon vorgekommen, dass ihm sein(e) Beruf(ung) abends im Ausgang lästig war. Pfarreiseelsorgerin Fabienne sagt, dass sie eine mühsame Jugendliche gewesen sei. Und Aline gibt zu, dass ihre Aufgabe als Gemeindeleiterin nicht zu den beliebtesten Berufen zählt. Im Gespräch mit den bekannten Kunstschaffenden Lisa Christ und Renato Kaiser reden Seelsorgende Klartext und geben Auskunft – zu Fragen, die sich auch junge Menschen stellen, die sich mit ihrer beruflichen Zukunft beschäftigen.

Hier geht’s zu den Videos: www.chance-kirchenberufe.ch/video
Mehr Informationen: www.chance-kirchenberufe.ch/profi

Über «Chance Kirchenberufe»
Über die katholische Kirche wird in der Öffentlichkeit viel diskutiert. Die einzelnen Berufsfelder sind aber kaum ein Thema. Das möchte die Kampagne «Chance Kirchenberufe» ändern – und junge Erwachsene für die vielseitigen kirchliche Berufe begeistern. «Chance Kirchenberufe» wird von Deutschschweizer Landeskirchen und anderen kirchlichen Institutionen unterstützt.



«Die Kirche in Deutschland ist klar auf Reformkurs»

Interview mit Daniel Kosch zum «deutschen Synodalen Weg» auf kath.ch

Der Reformwille in der katholischen Kirche Deutschlands hat eine Ursache: das weit verbreitete Bewusstsein, dass sich die Kirche in einer ernsten Krise befinde – auch unter Bischöfen. Das sagt Beobachter Daniel Kosch*, über die Zwischenentscheide des Synodalen Wegs in Frankfurt. In einem Interview mit kath.ch zeigt er sich zuversichtlich.

*Der Generalsekretär der Römisch-katholischen Zentralkonferenz war am Wochenende, 30.9.-2.10.2021, als Beobachter der Schweiz an der Synodalversammlung der deutschen katholischen Kirche in Frankfurt dabei.



«Es ist an der Zeit, das Ausprobieren neuer Wege zuzulassen»

Statement von Daniel Kosch, Generalsekretär RKZ, zum Synodalen Weg in Deutschland.

Daniel Kosch hat am Samstagmorgen, 2. Oktober 2021, seine «Überlegungen eines Beobachters aus der Schweiz zum Synodalen Weg» an der deutschen Synodalversammlung in Frankfurt vorgetragen. In der Schweiz sei «so etwas wie Neid spürbar», sagte er und erklärte, weshalb ein solch nationales Vorgehen hierzulande nicht möglich wäre (© kath.ch).

Redetext im Original
Webseite «Der Synodale Weg»



Neue Wege finden

Ein Virus stellt gewohnte Abläufe auf den Kopf. Neue Formen der Zusammenarbeit sind gefragt. Sie lenken den Blick auch auf den Wert des Gewohnten. Dieses gilt es weiterzuentwickeln.

Im Frühjahr 2020 versetzte das Coronavirus die ganze Welt in den Ausnahmezustand. Gewohntes wurde durcheinandergewirbelt, so auch das kirchliche Leben. Die neue Wirklichkeit forderte die staatskirchenrechtlichen Verantwortlichen auf kirchgemeindlicher, landeskirchlicher und nationaler Ebene stark heraus. Dass das kirchliche Leben in dieser beunruhigenden Situation nicht stillstehen darf, war stets klar. Aber wie sollte es weitergehen?

Digitale Sitzungen

Prioritär galt, die behördlichen Massnahmen zeit­nah umzusetzen, um die Aus­breitung des Virus einzudämmen und die Risiko­gruppen zu schützen. Hier waren vor allem die Kirchgemeinden in enger Zusammen­arbeit mit den Seelsorgenden vor Ort gefordert. Neben dieser organisatorischen Herausfor­derung mussten gewohnte Struk­turen und Abläufe teilweise von Grund auf überdacht werden. Es galt zu entscheiden, was keinen Aufschub erleiden darf. Gleichzeitig dominierte eine generelle Planungsunsicherheit. Behördliche Gremien wie Kirchenrat und Synodalrat, aber auch das Präsidium der RKZ und die RKZ-Plenarversammlung mussten neue Wege der Beratung und Entscheidung finden. Dies war dank den neuen digitalen Technologien schnell möglich. Zoom-Sitzungen boomten und die Digitalisierung erlebte einen Aufschwung.

Angebote anders weiterführen

Die massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit während des Lockdowns hatte eine  lange Durststrecke hinsichtlich seelsorgerischer und sozialer Kontakte zur Folge. Neue For­men des gemeinschaftlichen Lebens und des diakonischen Auftrags waren gefragt. Gefor­dert waren neben den Verantwortlichen auf Kirch­gemeinde- und Pfarrei­ebene die Mitarbeitenden von landeskirchlichen Fachstellen. Bisherige Unterstützungs- und Bera­tungsangebote für Pfarreien und Kirchge­mein­den konnten nicht wie gewohnt weiter­geführt werden. Gleichzeitig war klar, wie wichtig gerade jetzt Präsenz und Unterstü­tzung sind. Die besondere Situation verlangte von den Mitarbeitenden Improvisation­stalent und Kreativität. Gerne verweise ich in diesem Zusammenhang exemplarisch auf die Website der Luzerner Landeskirche. Hier finden sich unter «Kirche und Corona» hilfreiche und inspirie­ren­de Impulse und Links (www.lukath.ch/corona). Drei Beispiele möchte ich erwähnen:

  • «Die grosse Pausetaste»: Anregungen für die in der Kirche Tätigen, auf die Zeit des Lockdowns zurückzublicken, und Ermutigungen, Schwie­ri­ges loszulassen, Bereichern­des zu ernten und in die «Neue Normalität» hineinzutragen.
  • «Abschied nehmen und trauern auf Distanz»: Impulse für jene Zeit, in welcher Begräbnisse und Abschiedsfeiern nur im engsten Familienkreis stattfinden durften.
  • Für Menschen mit einer Beeinträchtigung»: digitale Angebote wie spirituelle Songs, Geschichten und Texte zum Thema «Hoffnung».

Die letzten Monate waren weltweit eine der grössten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Da war und ist noch immer viel Leidvolles und Bedrohliches. Gleichzeitig kann dieser Zeit auch Gutes und Stärkendes abgewonnen werden. Der Wert von alltäglicher Zusammenarbeit im Team und von Sitzungen vor Ort wurde auf neue Art bewusst. Zudem haben wir gelernt, was dank dem Einsatz von neuen Technologien und modernen Medien möglich ist, und dass Homeoffice auch Vorteile hat. Die Krise bot überdies die Chance, Gewohntes zu überdenken, zu bereinigen und neu aufzustellen. Innovation war gefragt. Zugleich wurde uns vor Augen geführt, wie verletzlich wir sind und wie wichtig es ist, kranken und sterbenden Menschen nahe zu sein. Daraus ergibt sich über die Pandemie hinaus eine Priorität für die Förderung seelsorgerischer Kompetenz, auch im Einsatz von Personal und Geld. Corona hat uns zudem gezeigt, dass es auch mit weniger geht. Mit Blick auf die immer drängendere Sorge um das Klima gilt es, auch daraus zu lernen und auch als Kirche einen bescheideneren Lebensstil zu entwickeln.

Renata Asa-Steger
Präsidentin der Römisch-katholischen Zentralkonferen der Schweiz (RKZ)

© Schweizerische Kirchenzeitung, Erstpublikation in der Ausgabe 18/2021