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 Aktuell 

Urs Brosi wird zur Wahl als Generalsekretär der RKZ vorgeschlagen

Medienmitteilung der RKZ vom 10. Januar 2022

Der 56-jährige Theologe und Kirchenrechtler Urs Brosi soll ab 1. Dezember 2022 neuer Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz werden. Das RKZ-Präsidium schlägt ihn der Plenarversammlung vom 25./26. März 2022 zur Wahl vor. Urs Brosi wird Nachfolger von Daniel Kosch, der seit 2001 Generalsekretär der RKZ ist und altershalber zurücktritt.

Das Präsidium der RKZ hat beschlossen, der Plenarversammlung der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz vom 25./26. März 2022 die Wahl von Urs Brosi, dipl. theol., lic. iur. can. zum Generalsekretär der RKZ zu beantragen. Stimmt das Plenum der RKZ der Wahl zu, nimmt Urs Brosi seine Arbeit bei der RKZ am 1. November 2022 auf und tritt sein Amt als Nachfolger von Daniel Kosch am 1. Dezember 2022 an.

Urs Brosi (*1965) hat das Gymnasium in Basel absolviert, studierte Philosophie, Theologie und Kirchenrecht in München, Luzern, Rom, Basel und Münster i.W. Beruflich war er in der Pfarreiseelsorge, als wissenschaftlicher Assistent an der Universität und als Bildungsverantwortlicher im Bistum Basel tätig. Seit 2008 ist er Generalsekretär und Geschäftsführer der Katholischen Landeskirche des Kantons Thurgau. Hinzu kommen nebenberufliche Tätigkeiten als Dozent für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht, Diözesanrichter und Gutachter sowie Leitungsfunktionen im Bereich der Armeeseelsorge.

Den RKZ-Delegierten und den paritätischen Gremien SBK-RKZ ist Urs Brosi als Präsident der Fachgruppe 2 (Aufgabenfeld Sprachregionale Medienzentren), Mitglied der Planungs- und Finanzkommission SBK-RKZ und Mitglied der Kommission der RKZ für Staatskirchenrecht und Religionsrecht bestes bekannt.

Das Präsidium der RKZ ist überzeugt, mit Urs Brosi einen hervorragend qualifizierten Kandidaten mit breiter Berufserfahrung zur Wahl vorzuschlagen.

Als Generalsekretär wird Urs Brosi neben seinen Aufgaben im Dienste der RKZ als Dachverband der kantonalkirchlichen Organisationen in der Schweiz auch die Geschäftsführung für gemeinsame Gremien von SBK und RKZ übernehmen, die sich unter anderem mit der Mitfinanzierung pastoraler Aufgaben der katholischen Kirche auf gesamtschweizerischer und sprachregionaler Ebene befassen. Für diese Kooperation von SBK und RKZ bestehen seit 2015 eine Zusammenarbeitsvereinbarung und weitere vertragliche Regelungen.

Lebenslauf von Urs Brosi



© Christoph Wider

«Peter Henrici: Rückblick – Ereignisse und Erlebnisse»

Illustriertes Interviewbuch von Urban Fink zum Leben und Glauben von Weihbischof Peter Henrici

Von 1993 bis 2007 prägte Peter Henrici, als Churer Weihbischof, Generalvikar für den Kanton Zürich, Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz und Professor an der Theologischen Hochschule Chur das Leben der katholischen Kirche in der Schweiz massgeblich mit. Dabei ging der Jesuit, Philosoph und Spezialist für Kommunikation in der Kirche den Akzent nicht primär von der Theorie und abstrakten Konzepten aus. Vielmehr plädierte er für das «Sich durchwursteln», wie er es selbst nannte: Geleitet von der klaren Vision einer dienenden, vielfältigen, dem Evangelium verpflichteten Kirche gelte es, «je und je die Aufgaben zu erfüllen, die sich dann gerade stellen».

Mit dieser Vorgehensweise gelang es ihm auf schweizerischer Ebene als Medienbischof zum Beispiel, in enger Zusammenarbeit mit der RKZ einen Prozess der Koordination und Neustrukturierung der kirchlichen Medienarbeit in Gang zu setzen, der schliesslich zur Gründung der drei sprachregionalen Medienzentren, vor allem aber zur konsequenten Ausrichtung der Medienarbeit auf die digitale Kommunikation (Stichwort «online-first») führte.

Sein langjähriger Mitarbeiter Urban Fink hat nun längeres, mit Fotos reich illustriertes Interview mit Peter Henrici in Buchform veröffentlicht, das vielfältige Einblicke in sein spannendes, abwechslungs- und arbeitsreiches Leben gibt. Da der 1928 geborene Peter Henrici in Zürich aufgewachsen ist und lange in Rom wirkte, bevor er in die Schweiz zurückkehrte, zeigt das Buch auch exemplarisch, wie bereichernd es für die katholische Kirche ist, dass sie zugleich vor Ort präsente «Geh-hin-Kirche» und weltweite Glaubensgemeinschaft ist. Ganz aus der Nähe hat er miterlebt, wie das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) dieses Verhältnis von Orts- und Weltkirche neu bestimmt hat.

Zudem dokumentiert das Buch  die Wechselwirkung zwischen der persönlichen Prägung, dem Werdegang und der Art und Weise, wie ein Bischof sein Amt wahrnimmt. Und es zeigt auf, dass kirchliche Amtsträger, denen Gott die Kraft und die Gesundheit dafür schenkt, auch noch im hohen Alter von über 90 Jahren noch hellwach, humorvoll und auf der Höhe der Zeit und daher mehr zu sagen haben als manche ihrer jüngeren Mitbrüder.

Offen thematisiert das Buch auf den letzten Seiten auch die Frage, wie Peter Henrici dem Lebensende entgegengeht. Er sagt dazu: «Ich war stets neugierig auf das Sterben. Es muss eine grossartige, einmalige Erfahrung sein. Wenn man plötzlich, mit ganz anderen, geistigen Augen, Jesus Christus und seinen Vater und die ganze Schöpfung sieht.»

Vgl. auch Interview mit Peter Henrici im Zürcher Pfarrblatt Forum: Dienen und Vielfalt zulassen

Peter Henrici, Rückblick. Ereignisse und Erlebnisse. Ein Interview mit Urban Fink. Bezug: Inländische Mission (info(at)im-mi.ch oder direkt im IM-Shop), 112 Seiten, CHF 15. Eine gute Ergänzung zu diesem Interviewbuch ist eine Sammlung wichtiger Artikel und Vorträge in Ders., Erlebte Kirche. Von Löwen über Rom nach Zürich, Zürich 2018.



© Vera Rüttimann

Verschwörungstheorien - Fake News oder Verheissung?

Artikelserie auf religion.ch

Sind Verschwörungstheorien eine neue Form von Religion? Und Verschwörungstheoretiker Fanatiker, die blind glauben? Gerade im Kontext der Coronapandemie werden oft Verbindungen zwischen Religionen und Verschwörungstheorien hergestellt. Darin zeigt sich auch, welches Bild von Religion in unserer Gesellschaft verbreitet ist. Was steckt hinter diesen Vorurteilen?

Lehrt uns die Geschichte, dass religiöse Menschen anfälliger für Verschwörungstheorien sind? Besteht eine Beziehung zwischen einem Glauben an Gott und einem Glauben an Verschwörungstheorien? In welcher Beziehung stehen Verschwörungstheorien und Religion überhaupt? Diesen und weiteren Fragen gehen Expert:innen auf religion.ch in einer spannenden Artikelserie nach:



Freiwilligenarbeit

Neue Publikation des Bundesamtes für Statistik BFS «Freiwilliges Engagement in der Schweiz 2020»

Im Jahr 2020 gaben 41% der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz ab 15 Jahren an, in den letzten 4 Wochen Freiwilligenarbeit geleistet zu haben (institutionalisierte und / oder informelle), das entspricht rund 3 Millionen Personen. Sie haben dafür im Durchschnitt 4,1 Stunden pro Woche unbezahlt gearbeitet. Die institutionalisierte Freiwilligenarbeit in Vereinen und Organisationen war 2020 aufgrund der Covid-19-bedingten Schutzmassnahmen für die Bevölkerung relativ stark eingeschränkt. Dieser Rückgang ist bei allen Altersgruppen zu verzeichnen.

Die Freiwilligenarbeit umfasst unbezahlte Tätigkeiten für eine Organisation, einen Verein oder eine öffentliche Institution (=institutionalisierte Freiwilligenarbeit) und unbezahlte Hilfeleistungen aus persönlicher Initiative für Personen, die nicht im selben Haushalt leben (=informelle Freiwilligenarbeit).

Das aktuelle Leporello «Freiwilliges Engagement in der Schweiz 2020» präsentiert neben Eckdaten zur Beteiligung an institutionalisierter und informeller Freiwilligenarbeit der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, weiterführende Informationen zu Motivation und Rekrutierungspotential sowie zu Spenden. Die Publikation wurde vom Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft realisiert.



Vertrag für Pilotprojekt zur Erforschung der Geschichte sexueller Ausbeutung im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz ist unterzeichnet

Medienmitteilung von SBK/RKZ/KOVOS vom 6. Dezember 2021

Unzählige Menschen haben im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen im Umfeld der römisch-katholischen Kirche grosses Leid erlitten. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung ist in erster Linie den Opfern geschuldet – auch um daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Konferenz der Vereinigung der Orden und weiterer Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens (KOVOS) und die Römisch-katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) haben der Universität Zürich den Auftrag erteilt, die Geschichte der sexuellen Ausbeutung im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu erforschen. Im November 2021 wurde der Vertrag unterzeichnet. Als nächsten Schritt stellen die Projektleiterinnen das Forschungsteam zusammen und legen das Vorgehen fest. Der effektive Projektstart ist für März 2022 vorgesehen. Zu diesem Zeitpunkt werden die Auftraggeberinnen und die Forschenden detailliert über das Vorhaben informieren. 

Der Auftrag ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Aufarbeitung der Thematik des sexuellen Missbrauchs im Kontext der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz.

Ein Forschungsteam des Historischen Seminars der Universität Zürich (UZH) wird beauftragt, eine historisch ausgerichtete, unabhängige Studie durchzuführen. Es handelt sich um ein Pilotprojekt: Die Studie soll die Rahmenbedingungen einer historischen Aufarbeitung sexueller Ausbeutung im kirchlichen Umfeld seit der Mitte des 20. Jahrhunderts evaluieren und damit die Grundlage für künftige Forschungsprojekte bilden. Die Projektleitung liegt bei den Professorinnen Monika Dommann und Marietta Meier. Ein von der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) ernannter wissenschaftlicher Beirat sichert die wissenschaftliche Qualität und die Unabhängigkeit des Projekts.

Das der UZH und der SGG erteilte Mandat schliesst jede Einflussnahme auf das Pilotprojekt sowohl von Seiten der Auftraggeberinnen als auch von Dritten aus. Die Auftraggeberinnen sind überzeugt, dass es diese Unabhängigkeit braucht, um den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Deshalb soll die Pilotstudie auch aufzeigen, wie den Stimmen der Opfer in künftigen Studien Rechnung zu tragen ist.

Nachdem die Verträge nun unterzeichnet sind, wird ein Forschungsteam gebildet. Sobald dieses steht und die Forschungsarbeit starten kann, wird im März 2022 breit über das Vorhaben informiert. Um die wissenschaftliche Unabhängigkeit zu garantieren und eine ungestörte Forschungsarbeit zu ermöglichen, werden die Medien und die Öffentlichkeit erst wieder informiert, wenn die Ergebnisse der Studie vorliegen. Diese werden in einem Schlussbericht festgehalten, der auf Deutsch, Französisch und Italienisch erscheinen wird. Nach Vorliegen dieses Schlussberichts werden die Auftraggeberinnen über weiterführende Schritte zu befinden haben.

Kontakt:

Stefan Loppacher, Co-Leiter der Geschäftsstelle des Fachgremiums «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» der Schweizer Bischofskonferenz, Tel. 079 301 58 67, E-Mail 
stefan.loppacher(at)fgsbk.ch

Beilage:

Vier Fragen an Bischof Joseph Maria Bonnemain, Diözesanbischof von Chur, Ressortverantwortlicher des Fachgremiums «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld» der Schweizer Bischofskonferenz. Vor der Ernennung zum Bischof war er von 2002 bis 2021 Sekretär des Fachgremiums. 

Informationen der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) zum Projekt:

https://missbrauchkirchlichesumfeld.ch/

Auf dieser Webseite sind ab sofort auch die Verträge zwischen SBK/RKZ/KOVOS und der UZH sowie der SGG öffentlich zugänglich.

Informationen von Prof. Dr. Monika Dommann und Prof. Dr. Marietta Meier zum Projekt: 

Projektwebsite von Monika Dommann

Projektwebsite von Marietta Meier



Synode 22 - Macht und Partizipation

Veranstaltungshinweis zu 50 Jahre Synode 72.

Mitten in den synodalen Prozess, den Papst Franziskus in der Weltkirche eingeleitet hat, fällt in der Schweiz das 50-Jahr-Jubiläum der Synode 72. Der Reformverein tagsatzung.ch nimmt dieses Jubiläum am 11. Juni 2022 mit einer Tagung zum Anlass, dringlichen Reformanliegen der kirchlichen Basis Gehör zu verschaffen.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.



Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt in der Kirche - Wo bleibt Gott?

Veranstaltungshinweis

Durch bewusste Vertuschung, unklare Kompetenzbereiche, mangelnde Sachkenntnis und Fahrlässigkeit konnte in der Kirche eine «Kultur des Schweigens» entstehen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, in voller Kenntnis des Ausmasses des Missbrauchs den Täterschutz priorisiert und die Möglichkeiten der Opferfürsorge nicht ausgeschöpft zu haben.

Redaktionsmitglieder des theologischen Feuilletons feinschwarz.net diskutieren die Thematik aus der Sicht verschiedener theologischer Disziplinen und unterschiedlicher Perspektiven. Die Podiumsveranstaltung findet am Dienstag, 8. Februar 2022 von 18.15–20.00 Uhr, an der Universität Luzern statt.

Offizieller Veranstaltungsflyer



«Totgesagte leben länger»

Entwicklung der Mitgliedschaft in der katholischen Kirche über die vergangenen 10 Jahre und Ausblick in die Zukunft.

Wohin steuert die römisch-katholische Kirche in der Schweiz und wie werden sich die Mitgliedschaftszahlen entwickeln, wenn man die Trends der vergangenen Jahre zum Massstab nimmt? Antworten auf diese Fragen prognostiziert das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in seiner neusten Studie zur Mitgliederentwicklung der katholischen Kirche.

Auf den Punkt gebracht: «Totgesagte leben länger». Die Zahlen und Prognosen für die katholische Kirche lassen vermuten, dass die Zahl der Kirchenmitglieder über die nächsten 10 Jahre in etwa stabil bleibt. Aufgrund der sinkenden Anteile an der wachsenden Gesamtbevölkerung dürfte jedoch der Rückhalt in der Bevölkerung weiter sinken. Zudem trügt der Eindruck von Stabilität der katholischen Kirche aus drei Gründen:

  • Erstens zeigen die Daten der Kirchenstatistik, dass die Kirchenbindung der Mitglieder schwächer wird und die Austrittsneigung hoch bleibt.
  • Zweitens ist unsicher, ob sich die Migrationsentwicklung der vergangenen Jahre auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.
  • Drittens dürfte der Rückhalt der Kirchen in der Bevölkerung weiter sinken, wenn ihr Anteil an einer wachsenden Bevölkerung kleiner wird. Dies wird für Erwartungen an die gesellschaftliche Rolle der Kirche nicht folgenlos bleiben. Zudem sanken auch die relativen Anteile der evangelisch-reformierten Kirche in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Der damit verbundene gemeinsame Relevanzverlust der beiden Kirchen dürfte sich noch stärker bemerkbar machen als wenn man nur auf den sinkenden Anteil der katholischen Kirche allein schauen würde.

Die Kirchenstatistik drängt daher beide grossen Kirchen zu genauem Hinschauen und zum Handeln.