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 Aktuell 

Integration durch Religion?

Veranstaltungshinweis

Die religiöse Landschaft der Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten markant verändert. Trotz zunehmender Säkularisierung ist aber Religion aus unserer Gesellschaft nicht verschwunden. Welche Rolle haben religiöse Gemeinschaften bei der Integration ihrer Mitglieder und Gruppen in die Gesellschaft? Tragen sie überhaupt dazu bei, Immigranten auf dem Weg zur Integration zu unterstützen, oder sind sie eher ein Hindernis und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Und welche Rolle spielt die Frage der staatlichen Anerkennung? Überschätzen Politik und Öffentlichkeit den Einfluss religiöser Bindung nicht?

Abendveranstaltung mit Vorträgen und Diskussion, 18. September 2018, 18:15 - 20:15, Zürich

Weitere Informationen und Anmeldung



Wer ist eigentlich Benno Schnüriger (ZH)?

Porträt über einen RKZ-Delegierten

Herr Schnüriger 2008 nahmen Sie erstmals als Delegierter der katholischen Kirche des Kantons Zürich an einer Plenarversammlung der RKZ teil. Wie hat sich die RKZ in den letzten 10 Jahren verändert und wo sehen Sie die Stärken der heutigen RKZ?

Die grössten beiden Veränderungen waren der Rückzug des Fastenopfers aus der Mitfinanzierung, was zu einer grossen Mehrbelastung der RKZ führte sowie der Abschluss eines Zusammenarbeitsvertrages zwischen der Schweizer Bischofskonferenz und der RKZ. Dieser Vertrag räumt der RKZ den ihr gebührenden Platz ein und stellt das sogenannte duale System der Katholischen Kirche in der Schweiz auch formell auf eine klare Basis.

2012 übernahmen Sie in der RKZ das Präsidium der Kommission für Staatskirchenrecht und Religionsrecht. Welches der vielen Themen, dass Sie in ihrer Kommission behandelt haben, war das Spannendste?

Das spannendste Thema war der sogenannte «partielle Kirchenaustritt», d.h. der Austritt lediglich aus den öffentlich-rechtlich anerkannten Landeskirchen und katholischen Körperschaften, nicht jedoch aus der Katholischen Kirche. Das Bundesgericht liess den partiellen Kirchenaustritt mit einem Urteil aus dem Jahre 2012 zu, obwohl z.B. Art. 2 der Zürcher Kirchenordnung klar widerspricht.

Eines Ihrer letzten Geschäfte als scheidender Präsident der Kommission für Staatskirchenrecht und Religionsrecht der RKZ ist die Verabschiedung des Papiers «Auf das Zusammenspiel kommt es». Um was geht es und wer ist der Adressat dieses Papiers?

Es geht um einen Leitfaden für die praktische Zusammenarbeit zwischen den kirchlichen Verantwortungsträgern (z.B. der Pfarrer oder die Pfarreibeauftragte) und den staatskirchenrechtlichen Behörden z.B. der Kirchenpflege. Adressaten sind deshalb alle Kirchenpflegen - damit auch die Pfarrer und Pfarreibeauftragten - sowie die kantonalen staatskirchenrechtlichen Gremien.

Nach elf Jahren treten Sie als Synodalratspräsident der katholischen Kirche des Kantons Zürich per Ende Juni 2018 ab. Welche Baustellen hinterlassen Sie Ihrer Nachfolgerin Franziska Driessen?

Ich bin froh, dass ich Franziska Driessen nur wenige Baustellen hinterlassen muss. Da ist einmal der Erlass einer neuen Geschäftsordnung für den Synodalrat und die Verwaltung. Zum zweiten sind leider noch nicht alle Meinungsverschiedenheiten mit dem Verkäufer des Grundstücks an der Pfingstweidstrasse, welche eine Vollendung des Neubaus ermöglichen würden, aus dem Weg geräumt.

Als Sie Ihr Amt antraten, war der Churer Bischof Vitus Huonder gerade ein Jahr im Amt – jetzt, wo sie aufhören, hat er noch knapp ein Jahr als Bischof vor sich. Was ist in der Beziehung Chur-Zürich zwischenzeitlich anders geworden?

Zum einen hat der oben erwähnte Zusammenarbeitsvertrag zwischen RKZ und SBK das duale System der Katholischen Kirche in der Schweiz gestärkt. Das musste auch der Bischof zur Kenntnis nehmen. Zum anderen hat sich nicht viel verändert, denn durch das segensreiche Wirken der Zürcher Generalvikare, in meiner Amtszeit war das Weihbischof Paul Vollmar und ist nun seit langem Josef Annen, können wir unsere praktische Tätigkeit ohne direkten Einfluss des Bischofs ausgezeichnet erfüllen.

Zum Schluss, was wünschen Sie der RKZ für die Zukunft?

Langmut aber auch Beharrungsvermögen in den Gesprächen mit der SBK und viel Überzeugungskraft in den Kirchgemeinden, dass diese die Notwendigkeit der Aufgabenerfüllung auch auf der gesamtschweizerischen Ebene erkennen und dafür ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.

Wenn Sie wählen müssten, was ziehen Sie vor?

mit dem Pedalo um den Zürich See – mit E-Bike an die Tour de France
«mit dem Pedalo um den Zürich»

See ein gutes Glas Wein am Kaminfeuer – mitmusizieren an einem Jazzkonzert
«mitmusizieren an einem Jazzkozert und danach ein gutes Glas Wein»

eine festliche Weihnachtsmesse – Älplergottesdienst
«Älplergottesdient»

einen guten Film im Fernsehen – eine spannende Politik-Sendung
«einen guten Film im Fernsehen (es gibt ja keine spannenden Politik-Sendungen)»

Ferien auf der Insel – eine Reise nach Wladiwostok
«Reise nach Wladiwostok»



«Auf das Zusammenspiel kommt es an» – für das Miteinander im dualen System

Positionspapier mit Leitlinien für eine sachgemässe und wirkungsvolle Koordination pastoraler und finanzieller Entscheidungen im dualen System.

Das Spannungsfeld zwischen «Geld und Geist» und das Miteinander von staatskirchenrechtlichen Behörden und pastoral Verantwortlichen sind ständige Herausforderungen. Betroffen sind alle, von der kleinen Pfarrei/Kirchgemeinde bis zu den grossen Körperschaften und Bistümern oder zu RKZ und Bischofskonferenz. Die Kommission für Staatskirchenrecht und Religionsrecht hat dazu ein Positionspapier erarbeitet. Die RKZ hat es genehmigt und seiner Veröffentlichung zugestimmt. Es soll dazu beitragen, dass die Entscheidungen aufeinander abgestimmt werden und die jeweiligen Rollen und Kompetenzen respektieren. Der Titel «Auf das Zusammenspiel kommt es an», stammt aus der Welt der Musik: Ein Orchester oder ein Chor klingt dann gut, wenn man gleichzeitig die je eigene Melodie spielt und auf die anderen hört.

Positionspapier «Auf das Zusammenspiel kommt es an»



Kirchenasyl

Positionspapier mit Hilfestellungen und Denkanstösse zur Meinungsbildung

Nicht sehr häufig, aber immer wieder sind die Kirchen mit der Frage des sogenannten «Kirchenasyls» konfrontiert. In kirchlichen Räumen soll Flüchtlingen zeitlich befristet Schutz gewährt werden, um nach einem ablehnenden Asylentscheid eine erneute Überprüfung ihrer Situation zu ermöglichen. Das wirft rechtliche Fragen auf, stellt vor praktische Probleme und erfordert im katholischen Kontext auch ein Zusammenwirken der pastoralen und staatskirchenrechtlichen Instanzen. Das von der Kommission für Staatskirchenrecht und Religionsrecht der RKZ erarbeitete Grundlagendokument zeigt auf, worauf im Umgang mit konkreten Einzelsituationen zu achten ist und enthält Denkanstösse für die Meinungsbildung.

Positionspapier Kirchenasyl



Foto: Paul Menz

Begeisterung, Verantwortungsbewusstsein und Gerechtigkeitssinn

Medienmitteilung zur Plenarversammlung der RKZ vom 22./22. Juni 2018 in Arlesheim (BL)

Die Plenarversammlung der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz vom 22./23. Juni 2018 stand unter dem Vorzeichen des Besuches von Papst Franziskus in Genf am Vortag. Die grosse Beteiligung am Gottesdienst und der gute Verlauf des Besuches waren Grund zur Freude und motivierten zur Beteiligung an den Kosten für den Grossanlass. Zudem wurde Stefan Müller (GL) ins Präsidium der RKZ gewählt. Dem Antrag des Präsidiums, das in St. Gallen angesiedelte Sekretariat des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) mit einem Standortbeitrag zu unterstützen, wurde nach intensiver Diskussion zugestimmt. Wesentlich leichter fiel den Delegierten die Zustimmung zu einem Positionspapier, das sich mit dem Miteinander von pastoral Verantwortlichen und staatskirchenrechtlichen Instanzen im dualen System befasst. Gut aufgenommen wurde auch ein Dokument, das die Meinungsbildung zum Kirchenasyl unterstützt.

Medienmitteilung vom 27. Juni 2018



Label Grüner Güggel

Umweltberatung für Kirchgemeinden durch die Fachstelle oeku Kirche und Umwelt

Das Umweltmanagementsystem Grüner Güggel hilft Kirchgemeinden und Pfarreien bei der Verbesserung ihrer Umweltleistung. Es dient der Optimierung des Ressourcenverbrauchs, spart Betriebskosten und wirkt langfristig und motivierend über die Gemeindegrenzen hinaus. Das Label führt zudem zur verbesserten Kommunikation und es hilft bei der Organisation von Abläufen und Verantwortlichkeiten. So fehlt zum Beispiel in manchen Kirchgemeinden die Dokumentation zum Energieverbrauch oder Zuständigkeiten bei Fragen der Betriebs- und Arbeitssicherheit sind nicht geklärt. Darauf legt der systematische Zugang des Umweltmanagementsystems Grüner Güggel Wert: Es soll klar werden, wer was wann tut und die Fortschritte werden laufend dokumentiert.

Die Fachstelle oeku Kirche und Umwelt und die von ihre ausgebildeten Umweltberaterinnen und Umweltberater sind gerne bereit, die Kirchgemeinden und Pfarreien in der Schweiz bei der Umweltarbeit zu begleiten und telefonisch oder vor Ort den Weg zum Umweltlabel Grüner Güggel aufzuzeigen.

Weitere Informationen findet man unter www.grüner-güggel.ch
Liste der kirchlichen UmweltberaterInnen



Neues Genfer Laizität-Gesetz verabschiedet

Das neue Laizitäts-Gesetz sieht weiterhin den staatlichen Einzug freiwilliger Beiträge der Mitglieder an religiöse Gemeinschaften vor.

Am 26. April 2018 hat der Grosse Rat des Kantons Genf nach intensiven und kontroversen Debatten ein neues Gesetz über Laizität des Staates verabschiedet. Im Kanton Genf sind Kirche und Staat getrennt, weshalb keine Kirchensteuern erhoben und keinerlei Staatsbeiträge entrichtet werden. Der Kanton nimmt jedoch die freiwilligen Beiträge von Steuerzahlern an die anerkannten Kirchen auf und verteilt diese. Für diese Verwaltungsleistung wird er von den Kirchen entschädigt. Mit dem neuen Gesetz sollte diese Leistung des Kantons zunächst abgeschafft werden. Die Kirchen befürchteten, dass jene Steuerzahlenden, die diese Leistung als Sicherheit schätzten, künftig auf die Entrichtung des freiwilligen Beitrages verzichten würden. Aufgrund ihrer Intervention bei den Mitgliedern des Grossen Rates wurde der Antrag der vorberatenden Kommission abgelehnt, diese Bestimmung zu streichen.

Allerdings haben jene Kräfte, die eine noch stärkere Trennung zwischen Staat und Kirchen/Religionsgemeinschaften wünschten, im Parlament aber unterlegen sind, nun das Referendum ergriffen, so dass es voraussichtlich zu einer Volksabstimmung kommen wird. Würde das Gesetz abgelehnt, blieben die entsprechenden Bestimmungen in der neuen Genfer Kantonsverfassung vorerst ohne Ausführungsgesetz. Art. 3 derselben sieht vor, dass der Staat «laïque» und religiös neutral ist, kultische Aktivitäten weder entlöhnt noch subventioniert, die staatlichen Autoritäten aber Beziehungen zu den Religionsgemeinschaften unterhalten.

Weitere Informationen zum Thema auf kath.ch

Vier Referenden gegen das neue Laizität-Gesetz in Genf
Genfer Kirchen kritisieren neues Gesetz über Laizität des Staates 



Franziska Driessen-Reding | @ Kerstin Lenz

Katholische Frauenpower: eine Präsidentin für Zürich

An ihrer Sitzung vom 12. April 2018 hat die Synode Franziska Driessen-Reding zur ersten Präsidentin des Synodalrats in der 55jährigen Geschichte der Katholischen Kirche im Kanton Zürich gewählt.

Franziska Driessen-Reding (48) übernimmt Ende Juni dieses Jahres die Nachfolge von Benno Schnüriger, der ein Jahr vor Ablauf der Amtsdauer 2015-2019 zurücktritt. In einer ersten Reaktion auf die Wahl meint sie: «Ich bin sehr erfreut, fühle mich geehrt, ein wenig überwältigt. Ich freue mich auf die weitere Arbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Synodalrat und darauf, als Mitglied der RKZ im Gespräch mit der Bischofskonferenz auch auf nationaler Ebene etwas bewegen zu können.» 

Franziska Driessen-Reding wohnt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Opfikon und ist seit 2011 Mitglied im Synodalrat. Aktuell ist sie in der Exekutive für das Ressort Migrantenseelsorge verantwortlich und seit 2015 auch Vizepräsidentin.



Kirchenstatistik des SPI online!

Die aktuellsten Daten rund um das kirchliche Leben stets zeitnah beobachten

Die kirchenstatistischen Daten des Schweizerischen Pastoralsoziologisches Institut (SPI) stehen neu unter kirchenstatistik.spi-sg.ch online zur Verfügung. Das SPI ermöglicht mit der Online-Kirchenstatistik einfache und schnelle kirchenstatistische Recherchen und Datenvergleiche von «A wie Anderssprachigenseelsorge» zu «B wie Bistümer» über «K wie Kircheneintritte» bis zu «T wie Trauungen».

Insgesamt zeigen die Zahlen der Kirchenstatistik eine erstaunliche Stabilität der Kirche und der kirchlichen Handlungsbereiche. Zugleich setzt sich in vielen Feldern kirchlichen Lebens ein zwar langsamer aber anhaltender Erosionsprozess fort, der uns mittlerweile seit vielen Jahren vertraut ist. Es gibt also kirchlichen Handlungsbedarf, aber keinen Grund zur Panik.

Nicht zuletzt bildet die Kirchenstatistik nur Teilaspekte kirchlichen Lebens ab, die zudem über längere Zeiträume beobachtet werden können. Neue Entwicklungen in der Kirche, caritative Leistungen und die gesellschaftliche Bedeutung der Kirche werden von der Kirchenstatistik beispielsweise gar nicht erfasst.

Onlineportal Kirchenstatistik SPI